Graduiertenkolleg 2543

Intraoperative multisensorische Gewebedifferenzierung in der Onkologie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ein Kooperationsprojekt des Universitätsklinikums Tübingen mit der Universität Stuttgart mit über 4 Mio € Forschungsmitteln für die nächsten 4 Jahre.

Ziel der gemeinsamen Forschung ist die Entwicklung neuer Sonden zur besseren Erkennung von Blasentumoren währen der Operationen und zur Unterstützung der pathologischen Befundung. Die Ingenieure der Universität Stuttgart entwickeln dabei neue Sonden und Messverfahren, mit denen gesundes Blasengewebe von Tumoren unterschieden werden kann. Die Universitätsklinik für Urologie entwickelt dazu verschiedene Tumormodelle, an denen die neuen Verfahren im Labor prinzipiell auf ihre Eignung und Sensitivität geprüft werden. An dem Vorhaben sind auch die Universitätsklinik für Frauengesundheit und das Institut für Pathologie beteiligt.

Weitere Informationen finden Sie demnächst auf den Websites der beteiligten Institute.

Zusammenfassung:

Neue operative Verfahren in der Urologie haben zum Ziel minimale Invasivität und hohe Effektivität mit kurzer Behandlungsdauer und geringen Komplikationsraten zu vereinbaren. Dies ist besonders wichtig, wenn während einer Operation gesundes Gewebe präzise und schnell von krankhaftem Gewebe unterschieden werden muss. Hochentwickelte bildgebende Verfahren (Ultraschall, Röntgen, Kernspin, usw.) und histologische Untersuchungsmethoden ermöglichen eine genaue Klassifizierung des Gewebes schon heute.

Die intraoperativen Gewebedifferenzierung durch Schnellschnitt-diagnostik ist aktuell Goldstandard. Sie führt aber immer zu einer Verlängerung der Operationszeit und bringt im Vergleich zur Standardhistologie unter Umständen nur Bilder mit reduzierter Qualität, Sensitivität oder Spezifität. Das Ziel des Graduiertenkollegs 2543 ist es daher, neue Methoden und Sonden zu entwickeln, welche den Ärztinnen und Ärzten während der Operation schnell und in Echtzeit Hinweise geben, wie weit das Blasentumorgewebe sich ausbreiten und wo genau gesundes, erhaltenswertes Blasengewebe lokalisiert ist. Das Graduiertenkolleg in das „Interuniversitäre Zentrum für medizinische Technologien Stuttgart – Tübingen“ (IZST) und verstärkt die Intensive Zusammenarbeit beider Universitäten im Bereich der Medizintechnik.

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