Digital-rektale Untersuchung (DRU)

Die digital-rektale Untersuchung wird bei Patienten ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich empfohlen. Die Untersuchung ist Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen KV in Deutschland. Eine auffällige DRU ist der zweithäufigste Untersuchungsbefund der eine Prostatastanzbiopsie zum Ausschluss eines Malignoms der Prostata zur Folge hat (der häufigste Grund ist ein erhöhter PSA Serumwert). Die Sensitivität der digital rektalen Untersuchung ist eingeschränkt und liegt deutlich unter 40%.

Die digital rektale Untersuchung dient dazu, die Konsistenz, Form und Größe der Prostata zu beurteilen. Darüber hinaus sollte immer die Verschieblichkeit der Schleimhaut des Rektums evaluiert werden. Ein tumorsuspekter Befund (knotige, nicht druckdolente Verhärtung) sollte immer durch eine transrektal-sonographisch gesteuerte Biopsie der Prostata überprüft werden. Allerdings können Tumoren erst ab einem Tumorvolumen ca. 0,2ml durch eine DRU erkannt werden. Diese DRU als wichtige Säule der Früherkennung ist nicht unumstritten. Die Sensitivität ist sehr stark von der Erfahrung des Untersuchers abhängig ist und nur die rektumnahe periphere Zone der Prostata wird durch die Palpation erfasst. Weiters sind mehr als zwei Drittel aller palpatorisch diagnostizierten Prostatakarzinome bereits in extraprostatisches Gewebe eingewachsen.

Folglich kann man diese Untersuchungsform alleine nicht als ausreichende diagnostische Maßnahme zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms werten. Sie bleibt jedoch ein wesentlicher Bestandteil der Früherkennung und Diagnostik des Prostatakarzinoms. Bei positiver DRU kann in ca. 30% ein Karzinom in der Stanzbiopsie nachgewiesen werden.

© Klinik für Urologie Tübingen - Unterstützt durch den Förderverein Urologie e. V. - Gemeinnütziger Verein