PCA-3 (Prostate Cancer Gene-3)

Neben den bereits seit längerer Zeit etablierten oben beschriebenen Methoden der Prostataabklärung, wurde in den letzten 14 Jahren nach weiteren diagnostischen Markern geforscht mit denen man die Nachweis-Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins eines Prostatakarzinom erhöhen kann, um selektiver Stanzbiopsien durchführen zu können. 1999 wurde erstmals beschrieben, dass das „prostate cancer gene 3“ alleine in Prostatakarzinomzellen exprimiert wird, nicht jedoch in benignen Prostatazellen oder anderen Geweben. Einige Jahre später konnte eine Methode entwickelt werden mit welcher PCA3 im Urin nachgewiesen werden und damit gleichzeitig eine hohe Spezifität (zwischen 80 und 90%, je nach Cut-off) für das Vorhandensein eines Prostatakarzinoms korreliert werden konnte.

Im Gegensatz zum PSA lässt das PCA3 einen direkten Zusammenhang mit dem Tumorvolumen sowie dem histologischen Subtyp erkennen. Der PCA3-Test ist vor allem bei Patienten mit einem erhöhtem PSA und einer bereits negativen Stanzbiopsie als zusätzliches Tool für den Nachweis eines Karzinoms zu werten und erleichtert dem Urologen die Entscheidung zur Rebiopsie oder Verlaufskontrolle. Ein hoher PCA3-Wert ist signifikant mit einer höheren Wahrscheinlichkeit verbunden bei einer Rebiopsie ein Karzinom zu entdecken.

Als Screeningmethode ist das PSA besser geeignet als PCA3 jedoch zeigt letzterer eine deutlich höhere Spezifität (90%) und ist vor allem bei Patienten einzusetzen welche nach negativer erster Stanzbiopsie weiterhin einen erhöhten PSA-Wert aufweisen und entschieden werden muss ob unmittelbar eine weitere Stanzbiopsie nachfolgen soll.
Trotz dieser viel versprechenden Ergebnisse, kann der PCA3-Test die Serumbestimmung des PSA nicht ersetzen und sollte nur in ausgewählten Fällen verwendet werden.

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